Worüber könnte ich mich denn heute mockieren? Wie wäre es über den Versuch eine harmlose runde Fussball zu spielen? Klingt gut, und einfach!
So zogen wir los. Leider waren wir nicht genug Leute, so dass sich ein kleiner Freizeitkick nicht rentiert hätte, aber schönerweise gibt es auf öffentlichen Wiesen ja immer mal wieder jemanden, der einspringt – und so nahm das Theater zum wiederholten mal seinen Lauf.
Erst kamen zwei Leute dazu, wunderbar, war so gewünscht. Irgendwie verhält es sich damit aber wie mit gewissen Gruppen in der Mensa – kommt einer, kommen sie alle!
So kamen also im Minutentakt immer mal wieder neue Leute dazu, bis wir schließlich zu viele waren. Und dann kamen noch ein Paar. Letztlich war es dann eine schöne Multi-Kulti Truppe, von arbeitenden Iranern, über plappernde Afrikaner, quirlige Spanier hin zu emotionalen Spaniern. Da geht wirklich alles – nur in Ruhe spielen nicht. Sagt der eine “lauf doch mal da lang” meckert der nächste zurück und unterhält sich in ‘was-weiß-ich-für-einer-Sprache’ mit seinem Kumpel. Sicherlich förderlich, ganz klar.
So geht das wieder hin und her. Wunderbar, Fussball verbindet – fragt sich bloß was oder wen..
Nach ca. zwei Stunden auf dem Platz und mindestens 40 Minuten davon sogar eine Tätigkeit ausübend, die Fussball fast nahe kommt, haben wir es dann gelassen. Vielleicht lag das aber auch daran, dass plötzlich ein Jeep mit einem Anhänger mittem auf dem Platz stand.
Was er da macht? Heerscharen von Schaulustigen ankarren, schließlich hat er einen Balon! Zu unserer sowieso schon illustren Truppe gesellten sich also waghalsige Balonfahrer hinzu.
Damit war Fussball beendet, oder was auch immer wir da zelebriert haben. Ein Traum von Integration, mit wunderbarem Flair zerplatzte, just in dem Moment als der Ball anfing zu Rollen. Eine Tragödie – wie jeden verdammten Sonntag.
Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben, vielleicht gbt’s unter all den Affen da draussen ja doch noch ein paar normale Jungs, die einfach gern gegen den Ball treten.
